Die Physiotherapie-Branche im Wandel

20.06.2019 | Matthias Ullmann | Politik, Physiotherapie, Veränderung, Zukunft, Engagement

Es bewegt sich so einiges im Bereich der Heilmittelerbringer. HHVG – TSVG, VDB – BED – VPT…klingt erst einmal wie ein Hit der Fanta 4, beschreibt aber große Veränderungsmöglichkeiten.

Die Stimmen zum Aufbruch, kamen aus der Mitte einer Branche, die in den letzten 20 Jahren ungehört und unentwickelt in Richtung Selbstausrottung unterwegs war. Dies hat sich in den letzten 5 Jahren stark verändert. Roy Kühne, unser Mann im Bundestag – Vereinte Therapeuten bringen die Massen gemeinsam auf die Straße – Spahn twittert „Viel Erfolg heute in Köln“ – TAL radelt nach Berlin – massive, längst überfällige aber immer noch nicht ausreichende Erhöhungen der Vergütungssätze. All das wurde in den letzten Jahren erreicht und angestoßen.

Wollen wir auch in Zukunft existieren, so muss sich die gesamte Branche professionell entwickeln . Wir benötigen einheitliche Ausbildungsinhalte, die zukunftsgerichtet Therapeuten dazu qualifizieren, den Anforderungen gerecht zu werden. Leitlinienorientierte Behandlung, Budgetverantwortung und der direkte Zugang zum Therapeuten sind nicht aufzuhalten. 

Jetzt ist die Zeit in der wir aktiv mitgestalten und unsere Zukunft in die Hand nehmen können. Vor ca. 6 Jahren war die Branche noch im Dornröschenschlaf. Jetzt ist die Aufmerksamkeit da. Politik, Presse und die Öffentlichkeit nehmen die Heilmittelerbringer wahr.

Politik
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Was benötigen wir, um uns in Zukunft so auf zu stellen, dass wir ernstgenommen werden und mit den Ärzten und der Pflege auf Augenhöhe behandeln?

  • Zum einen sollten wir uns selbst einen Rahmen geben, der dafür sorgt, dass wir nachweislich Dinge in unseren Behandlungen umsetzen, die den Patienten helfen – sowohl objektiv, als auch subjektiv.
  • Wir sollten die Krankenkassen und die Politik als Mitgestalter sehen und nicht als Feindbild.
  • Wir müssen uns überlegen, wie wir die Qualität sichern können. Wir brauchen eine Institution, die Qualitätsmerkmale für Dozenten, Fortbildungsinstitute, Fortbildungen etc. festlegt und diese nachhaltig kontrolliert.
  • Wir müssen die Ausbildung so gestalten, dass „fertige“ Therapeuten auf den markt kommen, die direkt mit den Patienten arbeiten können und dürfen.
  • Wir müssen dafür sorgen, dass es für die Ausbildung von Therapeuten eine Ausbildungsvergütung gibt – die angestoßene Schulgeldfreiheit ist hier ein erste Schritt aber reicht nicht aus, um den Fachkräftemangel zu beheben.
  • Wir müssen die Branche vereinen und dafür sorgen, dass wir mit einer Stimme sprechen. Gegenüber Verhandlungspartnern, der Politik aber vor allem für unsere Patienten und uns selbst.

Jemand der staatlich examiniert ist, sollte von seinem Gehalt eine Familie ernähren und in den Urlaub fahren können. Jemand, der selbständig arbeitet, sollte sich etwas für seine Rente zurücklegen können. Eine Branche sollte sich selbst vertreten und nicht den anderen Playern im Gesundheitswesen überlassen, was mit Ihr geschieht bzw. welche Inhalte sie zu erbringen hat und vor allen Dingen, welche nicht. 

Geldscheine
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Um das zu erreichen braucht es engagierte Menschen und je mehr Therapeuten sich organisieren – am besten gemeinsam – umso eher haben wir eine Chance zu überleben.

Dabei wünsche ich uns allen viel Energie und Erfolg

Matthias Ullmann (Physiotherapeut – 2. Vorsitzender Vereinte Therapeuten e.V.)

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